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Stickfuß

Schüler

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  • »Stickfuß« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 68

Registrierungsdatum: 31. Juli 2016

Wohnort: Land Brandenburg

Hobbys: Nähen und sticken

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Sonntag, 25. September 2016, 15:01

Kleine Änderungen mit der Coverlock

Hallo an die Gemeinde,


heute komme ich mal aus einer ganz anderen Ecke. Da ich Euch
neulich einen kleinen Erfahrungsbericht über meine cover pro von Janome
vorgestellt habe, dachte ich mir, stellst mal eine kleine Arbeit vor, etwas von
dem, was ich so treibe, wenn ich nicht schreibe.


Wie zu jeder bevorstehenden Saison sind mir auch dieses Mal
einige Sachen zur Abänderung auf den Tisch geflattert. Eigentlich ganz
ansehnliche Winterpullover mit samt weichem Griff und offenbar sehr angenehm zu
tragen. Aber es ist fast schon wie immer: Ärmel viel zu lang und die vordere
Taillenlänge geht bis unter die Leibhöhe. Alle anderen Maße stimmen ganz gut.
Nun ist das bei Kinderkleidung ja immer so eine Sache. Wenn sie ihnen richtig
passen, ist die Tragezeit meist schon so gut wie abgelaufen. Bei dem was dieses
Mal kam, musste jedoch einfach was ab. Zuerst schau ich aufs Etikett. Ah ja,
Indien, 80% Baumwolle und 20% Polyester. Ich hätte schwören können, dass da
Elastan mit enthalten ist, so dehnbar und geschmeidig das Ganze ist. Im Grunde
habe ich es ja aufgegeben, Stoffe auf ihre Zusammen-setzung zu analysieren,
weil ich mit meiner Schätzung so gut wie niemals richtig lag. Nur muss ich mir
das Material kurz anschauen, um ihm die passende Maschine zu zu weisen. Auch,
wenn es sich so anfühlt, meist ist es nicht das gleiche Material, das man in
den Jahren zuvor in Händen hielt. Allein die deutlich gesunkende
Waschtemperatur in den letzten 10-20 Jahren ist ein deutliches Indiz darauf.
Ständig werden die Stoffe anders behandelt, die Garne anders verwoben, um immer
neuere und komfortablere Eigenschaften heraus zu kitzeln. Und das geht auch an
unseren Maschinen nicht ganz vorbei. Ich hatte vor einigen Jahren mal die
Illusion mit der Anschaffung einer einzigen Maschine in einem sportlichen
Preissegment alle meine Nähwünsche abzudecken. Inzwischen habe ich meine
Wünsche auf mehrere Maschinen aufgeteilt. Das Kürzen von Textilteilen ist in
der Regel nichts aufregendes, auch dieses Mal geht es nur ums Material. Da ja
gewisse Erfahrungen vorliegen, habe ich mich gleich für die Janome entschieden,
dieses Mal "nackig" ohne Saumführung, da auch der Freiarm ziemlich
korpulent ist und die Ärmel nicht gut darauf drehen. Gebraucht werden nur die
beiden äußeren Nadeln und der Unterfaden. Zuerst schaue ich mir die Qualität
der indischen Schnellnäher an. Eigentlich ganz gut, sicher nicht perfekt, aber
wenn ich das auch erreiche, bin ich sehr zu frieden (Abb.1). Dann kürze ich das
ganze (Abb. 2/3). Schließlich noch bügeln und fixieren und dann an die Maschine,
womit das Kontingent von 5 Bildern auch erreicht ist. Das Hauptproblem ist hier
eigentlich nur, den Saum glatt eingeschlagen zu halten, dass dieser sich nicht
einkräuselt. Hier gibt es auch immer mehrere Möglichkeiten. Ob man das mit
Nadeln macht, Klammern sind hier nicht unbedingt praktisch, Saumvlies sorgt
schnell mal für dauerhafte und unliebsame Verformungen. Man kann das überschüssige
Material auch erst an der neuen Naht vorsichtig mit einer Stickschere
abschneiden. Ich habe mich für Stecknadeln entschieden. Die Stecknadeln halten
die Kante ganz gut, jedoch muss man aufpassen, dass die Maschinennadeln nicht
auf die Stecknadeln aufsetzen, das führt an dieser Stelle schnell mal zu einem
Stichaussetzer und muss dann nachgearbeitet werden. Die Maschine an sich näht
ganz souverän. Fäden nach unten ziehen, verknoten und fertig. Kein Murren,
keine Schlaufen, keine gefräßige Stichplatte in Sicht. Pro zu ändernde Kante
einmal rum und fertig. Manch eine(r) wird jetzt sagen: "Das geht doch mit
der Overlock auch." Ja, die Naht ist aber auf der linken Stoffseite
ziemlich wulstig und auf der rechte Stoffseite zeigt eine winzige Furche, dass
da Ende ist. Für Bullersachen, Bündchen und lange Unterhosen ist das ja o.k.
Mit der Cover ist der Saum glatt wie eine Gardinenkante. Früher habe ich dass
immer mal mit Zwillingsnadel, Zickzackstichen probiert, sogar Overlockstiche
hatte ich an Bord. Wofür die wohl gut waren? Ob dies oder das es sah entweder
Sch... aus und/oder hat meine Nerven strapaziert. Wer noch weitere Tipps und
Erfahrungen hat, auch "Fuchswissen" aus der Stoff- und Garnproduktion
ist immer gefragt. Alte Geheimnisse gehen auch immer.


Bis dann wieder


Stickfuß
»Stickfuß« hat folgende Bilder angehängt:
  • Abb.1.jpg
  • Abb.2.jpg
  • Abb.3.jpg
  • Abb.4.jpg
  • Abb.5.jpg

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