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freedom-of-passion

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Dienstag, 2. April 2013, 13:02

Pfaff 230-360 Reparaturanleitung : Jetzt helfe ich mir selbst.... Die ultimative Reparaturanleitung für technisch begabte Hobbyschneider-/ innen / technisches Handbuch

Vorwort:

Liebe Nähfreunde,

Ich verfasse hier ein technisches Handbuch für alle Freunde der ' Mausgrauen ', also die Pfaff-Klassen 230-260 in einer Kurzversion. Meine Ausführungen sollen diese Paff- Maschinen mit Einblicken in die Funktionsweise der Mechanik erklären. Zielstellung: Selbsthilfe und kleinere Pflege-/ Reparaturanleitung für Anfänger. Derzeit tauchen im net immerweider teure Kopien, bzw. nachgedruckte Handbücher für teures Geld auf. Hier im Forum geht es um unser Hobby, und man versucht sich so gut es geht zu helfen. Nach und nach werden hier die wichtigsten technischen Probleme erkannt und ein Lösungsweg aufgezeigt. Es geht mir darum hier fundiertes Wissen zur Selbsthilfe an der Pfaff zusammenzutragen - eine Art Anleitung.
Wer mich dabei unterstützen mag, sollte mich über Profilnachricht anschreiben. Und ich wäre für jede Unterstützung von euch dankbar, damit dieses Projekt gelingt. Deshalb versuche ich diesen Beitrag etwas zu unterteilen in verschiedene Bereiche.


Solltet Ihr Fragen haben, bitte nicht hier stellen- sondern entweder per Profilnachricht an mich senden, oder hier ein neues Thema eröffnen.

Als Autor und Verfasser meiner Texte und Bildmaterial weise ich auf meine Urheberrechte ausdrücklich hin. Kopie oder anderweitige Verwendung/ Veröffentlichung bedarf der Zustimmung meiner Person + Forenbetreiber.


Sicherheitshinweis:

Vor allen Arbeiten an der Nähmaschine bitte immer beachten,das man den Netzstecker gezogen hat. Man sollte auch den Netzstecker ziehen wenn man nicht näht, weil Kondensatoren platzen können und so Kurzschlüsse erzeugen.




P.S.: Ihr dürft gerne diesen Beitrag bewerten, oben in der Fensterleiste findet ihr die Möglichkeit.


Viel Spaß wünschen Euch: Das Forum und der Autor
Meine HP über die mausgrauen Elefanten findet ihr hier: http://pfaff230-360.de.tl/
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2

Dienstag, 2. April 2013, 13:27

Zickzack Paff 230-360 gangbar machen

Es ist soweit :

nach einer langen Standzeit wird meine Mausgraue wieder in betrieb genommen. Ein altes Leiden: Die Bedienelemente für Stichlage und Zick-Zack lassen sich überhauptnicht bewegen und wenn dann nur sehr schwer.Der Zickzack- Steller ist eine bauartbedingte Krankheit der Pfaff-
Oldies. Richtig funktionieren bedeutet die Einstellung lässt sich '
butterweich' betätigen. Deshalb nehme ich die Einstellvorrichtung hier
mal etwas genauer unter die Lupe und ermögliche euch einen tieferen
Einblick in den mausgrauen Elefanten.



Dazu werde ich die Automatik ausbauen, zum besseren Verständnis. Es ist
aber im Normalfall nicht notwendig und auch nicht unbedingt eine Arbeit
für den Laien.



Und nun geht es los indem ich hier mal die Teilebezeichnung der verantwortlichen Bedienelemente kennzeichne.

1 = Stichlagen- Einstellhebel

2= Zickzackstich- Einstellgriff

3= Wellenkopf mit Schlitz

4= Einstellgriff zum Knopfloch-Rasten-Schieber

5= Stichlagen- Skala

6= Zickzackstichskala



Die Problematik: der Zickzack- Einstellgriff ist sehr schwergänig oder
sogar fest. Hier bitte nicht gewaltsam versuchen zu drehen denn das Teil
könnte dabei Schaden nehmen.



Werkzeuge: Exakt passenden Schlitz-Schraubendreher für den Wellenkopf,

einen gewöhnlichen 'Haarföhn', WD-40, Nähmaschinenöl, saugfähige Tücher,

eine Taschenlampe oder ähnliches Licht, unbedingt Augenschutz.

Ich stelle die Maschine für solche Arbeiten auf ein altes Handtuch im
ausgebauten Zustand. Wie man die Pfaff ausbaut werde ich auch noch
später zeigen.
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Dienstag, 2. April 2013, 13:31

Der Übeltäter

Die hier gezeigte Maschine ist eine Pfaff230- Automatik. Der ZZ-
Steller ist auch in anderen Maschinenklassen verbaut. Man kann die
Mechanik bei der Automatik nicht sehen und ohne Kenntnisse nur erahnen
wo der ' Übeltäter' (= ZZ-Steller-Lagerhebel) sitzt. Aber keine Sorge
hier im Hobbyschneiderforum wird euch geholfen, so das ihr nicht in die
Verlegenheit kommt solchen 'Übeltäter' nicht zu finden!



Als erste Maßnahme stellet man alle Bedienelement auf Nullstellung, und
hebt den Maschinendeckel ( obere Geäuseabdeckung) ab. Die sitzt etwas
fest weil sie geklammert ist- keine Sorge. Nun liegt sie vor uns:
Feinmechanik pur wie man sie heute nicht mehr baut. Ich zeige euch nun
wie es unter der Automatik aussieht, damit ihr eine Vorstellung bekommt
wo wir mit dem WD 40 und dem Nähmaschinenöl hinmüssen. Bitte den langen
Sprühaufsatz verwenden ( rotes biegsames Röhrchen). Wir beginnen mit dem
alten ZZ- Steller einer 230 Automatik
Zur 260 kommen wir später. Und hier freie Sicht auf das Hauptproblem.
Man findet die Stellen fürs WD-40 mit Hilfe einer einer Taschenlampe (
oder etwas anderes zum Ausleuchten) trotz eingebauter Automatik. Im 2.
Bild sehr schön zu erkennen (grün gepunktet) unser Übeltäter, den wir
mit WD- 40 wieder gangbar machen. Ein Kinderspiel alle Stellen sind rosa
makiert. Auf der Maschinenrückseite steht uns eine Wartungsbohrung (
!!! ) zur Verfügung. So das wir nun mit eingebauter Automatik etwas
ausleuchten sollten. Augenschutz nicht vergessen vorm Sprühen und nicht
zuviel! In meinem Fall war der ZZ- Steller verklebt.

Man lässt das WD-40 einwirken und füllt die beiden Bohrungen des
ZZ-Stellers. Und nun kann man den Haarföhn einsetzen- trotz eingebauter
Automatik. Hierfür hält man ausreichend Abstand zu den Kunststoffteilen.
Und auch der Zickzack-Einstellgriff wird wie in Bild 3 mit WD- 40
verwöhnt.

Mein WD-40 ist nun überall hingelangt, ich kann den Einstellknopf nur
sehr schwer bewegen.... Erwärmen hilft, im warmen Zustand lässt sich der
ZZ-Mechanismus betätigen. Bitte nicht mit der Zange an den
Einstellknopf gehen, hier bringt Gewalt nur Schaden. Man darf aber mit
dem Schraubendreher unterstützen. Den Zickzack- Einstellgriff könnte man
ausbauen, was ebenfalss nicht erforderlich sein sollte. Er ist von
unten mit einer kleinen Schraube an der Welle befestigt.



Es ist manchmal notwendig mehrmalig zu erwärmen, bis es endlich auch im 'kalten'
Zustand schön leichtgängig funktioniert. Alles andere ist schlichtweg
gesagt Pfusch. Mein ZZ-Steller und Stichlagenhebel gehen nun
butterleicht, ich öle nun mit Nähmaschinenöl nach. Bei der Gelegenheit
bekommen alle rot markierten Ölstellen ein Tröpchen Öl. Fertig - Deckel
wieder drauf und Probenähen.
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  • DSC03838-2.jpgpfaff.jpg
  • DSC03843.jpgpfaff.jpg
  • DSC03966.jpgPfaff.jpg

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Dienstag, 2. April 2013, 14:10

ZZ-Steller 260 -362 gangbar machen....

Immer weiter....





Hier sieht es nicht viel anders aus als in der Klasse 230-332. Die
Bedienelemente sind etwas moderner. Ich zeige euch nun wie es geht ohne
den Ausbau der Automatik unser 'Übeltäter' gleicht dem der 230. Also
auch ein Kinderspiel, wenn man etwas Zeit investiert. So kann man seinen
Oldie pflegen ohne viel Kohle auszugeben zu müssen. Hier abgebildet
eine 260 Automatik zur Tischmaschine umgebaut.



Im Bild: Ausbau der Automatik.. ist nicht erfoderlich!
»freedom-of-passion« hat folgendes Bild angehängt:
  • DSC03860.jpgP2.jpg

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Dienstag, 2. April 2013, 14:16

230 und 260 bis 362....

Und los geht es mit der 260:



Ich nehme die Federn der Automatik gerne ab damit ich mehr Platz habe.
Diese Arbeit erfordert keinen großen Aufwand, eine Feder + 2 Schrauben,
schon kann man die Automatikfedern abnehmen.



Grün: hier kann man mit einem gewöhnlichen Föhn etwas erwärmen, aber bitte nicht viel mehr als handwarm.



1+ 2 bitte lösen und die Feder1gelb im 2 Bild aushängen, das Federelement noch oben abnehmen.
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  • 21.jpg
  • 22.jpg

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Dienstag, 2. April 2013, 14:20

Pfaff 260 ..reparieren

Ich habe für diese Aufnahme meine Automatik ausgebaut. Wie die 230
besitzt auch die 260/262 auf der Rückseite eine Wartungsbohrung. Und
hier der berühmt berüchtigte 'Übeltäter' einer 260! Hier kommt man
ebenfalls ohne Ausbau der Automatik noch gut dran. Die Bezeichnung für
den Übeltäter lautet in der Feinmechanik: ZZ-Stichsteller-Lagerhebel
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  • 23.jpg
  • 24.JPG

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Dienstag, 2. April 2013, 14:32

Mechanik Zickzacksteller überprüfen Pfaff 260.. 230 usw.

WD 40, danach den Übeltäter eventuel erwärmen mit dem Föhn. Bei der 260
kann man den ZZ auch über den Mechanismus gangbar bekommen. So wie hier
bildlich dargestellt.Es waren 2 Bilder nötig- da ich nicht
fotographieren und gleichzeitig beide Hebel betätigen konnte.



Dann bitte in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammenbauen, wenn die Maschine leichtgängig einstellbar ist.

Das war es auch schon mit dem ganzen Zickzack-Zauber: Martin ( der Mechaniker)

P.S.: Über Zahlreiche Bewertungen würde ich sehr freuen!
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  • 22.jpg

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Dienstag, 2. April 2013, 14:41

Pfaff 230. 332, 260, 262, 360- 362 Nähfußdruck einstellen

Pfaff 230-260 und 332 : Nähfussdruck einstellen



Wenn alles schön beschrieben wurde, so hat man mit der 230 scheinbar
vergessen den Nähfussdruck bedienungsfreundlicher zu gestalten. Klarer
Minuspunkt an die altvorderen ' Kaiserlautener
Nähmaschinenkonstrukteure.

Die damals 'Neue' setzte voraus eine Näherin schraubt selbst an der
Maschine rum. Wenn man bisher den Nähfußdruck bequem per Rändelschraube/
Feder an der Nadelstange einstellen konnte, leistete man sich hier eine
fast 'sträfliche' Modernisierung. Das Maschinenoberteil muss abgehoben
werden. Damit kann man aber Leben, die mausgrauen Elefanten ziehen fast
alles unter den Nähfuß.



Werksvoreinstellung: Schraube bündig Gehäusekante



Nähfussdruck erhöhen : Schraube kann 4-5 mm eingedreht werden ab Gehäuseoberkante.



Leichter Nähfussdruck: Regulierschraube rausdrehen bis ca. 4mm über die Gehäuseoberkante.
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Dienstag, 2. April 2013, 14:46

Pfaff: Unterfadenspannung kontrollieren/ einstellen

Paff 230-260 u.a.: Unterfadenspannung



Die Unterfadenspannung muss sehr selten korrigiert werden. Bei
eingelegtem Faden muss ein leicht spürbarer Widerstand ( zieht man an
dem Faden) vorhanden sein. Also nicht zu fest und nicht zu locker. Optimale Einstellung: der Faden trägt das Gewicht von Kapsel und Spule gerade so.

Der Unterfaden wird über eine Blattfeder (1) gespannt. Diese Feder hat
eine Befestigungs- und eine etwas grössere Einstellschraube S.

Losere Spannung = Linksdrehen

Festere Spannung = Rechtsdrehen



Achtung immer nur ganz wenig drehen ca. 1/3 Umdrehung.


Viel Erfolg: Martin
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  • DSC03969.jpgX.jpg

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Dienstag, 2. April 2013, 14:52

Nähmaschinenpflege und Schmierarbeiten: Pfaff 230-260 u.a.

Paff 230-260 : Maschinenpflege und Reinigung



Die mausgrauen Elefanten sind recht pflegeleicht, doch sie bauchen
immermal etwas Öl. Nähmaschinenöl( auch Weissöl genannt) ist frei von
Zusätzen, bedeutet bitte nur mit Nähmaschinenöl arbeiten! Sprühöle, Lösungsmittel oder anderes kommen bitte nicht in betracht.



Achtung:

Gummi und Kunststoffteile, Schnurketten, Antriebsriemen und die
elektrischen Anschlüsse dürfen kein ÖL abbekommen. Vor dem Abeiten
ziehen wir den Netzstecker.



Werkzeug: kleiner Pinsel ( aus der Zubehördose unserer Pfaff),
saugfähige Tücher, Nähmaschinenöl mit langer Tropfspitze,
Schraubendreher ausreichend Licht.





Wir beginnen mit dem Greifer und bauen die Spulenkapsel aus. Mit dem
Pinsel werden alle Flusen entfernt. Danach bekommt die Greiferbahn ein
dosiertes Tröpfchen ÖL ( rot markiert). Der Greifer muss natürlich vor
dem Ölen gereinigt werden- meiner im Bild ist ungereinigt. So wie hier
abgebildet sollte man den Greifer öfter ölen.
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Dienstag, 2. April 2013, 14:57

Ölen einer Pfaff 230-362 von unten....

Es gibt immer wieder Stellen, die recht gerne übersehen werden.

Es sind fast alle Ölstellen leicht zu finden dank der roten
Markierungen. Und hier muss auch in die beiden rot markierten Bohrungen
ein Tropfen Öl.
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  • DSC03971.jpg11.jpg

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Dienstag, 2. April 2013, 15:06

Ölen Pfaff 260 u.a. von unten

Und weiter geht es von unten ist man einmal dran



Bitte sorgfältig arbeiten und aufpassen das kein Öl in die Elektrik und
auf die Schnurketten gelangt. Überflüssiges ÖL tupft man weg.
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Dienstag, 2. April 2013, 16:05

Paff 230-Pfaff260 ölen die Fortsetzung

Pfaff 230-260 - Ölen + Pflegen von oben.



Bitte genau betrachten, damit keine Stelle vergessen wird! Bitte das Maschinenoberteil abnehmen.



Bild 1: Spulerwelle, Gummiring kontrollieren und ggf. austauschen



Bild 2: - - -> um die zwei Ölbohrungen des Stichsteller-Lagerhebel
zufinden bitte etwas ausleuchten. Ihr findet ein Bild davon auf Seite 2.
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  • DSC03973.JPGPfaff.JPG
  • DSC03975.jpgPfaff.jpg
  • DSC03983.jpgPfaff.jpg

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Dienstag, 2. April 2013, 16:22

Paff 230-360 ölen + Kopfdeckel entfernen

Den Maschinenkopfdeckel entfernen



Der Maschinenkopfdeckel ist mit nur einer Schraube befestigt, da das
Oberteil bereits abgenommen ist lösen wir diesen Deckel um die
Nadelstange etc. zu Ölen und zu entfusseln. Im Bild 4 und 5 zu finden
gelb markiert Bolzen und Aufnahme des automatischen Einfädlers. Beim
Zusammenbau bitte zuerst den Bolzen in die Aufnahme des Hebel-
automatischer Einfädler einsetzen und dann den Kopfdeckel nach oben
schieben zum befestigen der Deckelschraube.



Das Gehäuse ist offen, nun kann man die Nadelstange und anderes
reinigen. Der Pinsel kommt zum Einsatz und als kleine zusätzliche Hilfe
eignet sich ein Ohrenstäbchen. Ist die Nadelstange verhartzt kann man
sie mit etwas WD40 sauber putzen. An alle ' Durchführungen' der
Nadelstange (grosser Pfeil) mache ich einen Tropfen Nähmaschinenöl.
Anschliessend wische ich alles wieder schön sauber und lasse die Pfaff
über nacht stehen. Nach dem Zusammenbau wird die Nadelstange und
Arbeitsfläche saubergewischt, damit man keine Ölflecken auf den Stoff
bekommt.
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  • DSC03985.jpgpfaff.jpg

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Dienstag, 2. April 2013, 17:17

Automatik Pfaff 230+ 332+260+360 ausbauen und instandsetzen/ prüfen

Pfaff 230-260 und 261: Die automatische Ziersticheinrichtung ausbauen.



Vorwort:



Die Pfaff- Automatic sollte man nur ausbauen wenn man eine
Grundreinigung vornimmt oder sie nicht mehr richtig arbeitet (
Verklebungen von altem Öl und andere Verschmutzungen). Ein Ausbau und
Wiedereinbau ist etwas für den begabten Hobbyschrauber mit
Fingerspitzengefühl. Also [b]nicht für den absoluten Laien geeignet.[/b]
Hier gilt der Grundsatz: Wer bedacht vorgeht, und nichts verstellt muss
nur in den seltensten Fällen die Automatic neu justieren. Daher
empfehle ich euch die eigene Arbeit zu dokumentieren, mit Fotos. Diese
Arbeit kann auch von einem professionellen Pfaff-Kundendienst
vorgenommen werden, was eine Überlegung wert ist. Schließlich bekommt
man in der Regel eine Garantie auf solche Instandsetzungsarbeiten.

Die Pfaff- Automatic ist werkseitig feinjustiert, und auch eingenäht. Es
ist wichtig die Einstellungen Ausbau exakt für den Einbau
beizubehalten. Ist die Leichtgängigkeit überprüft, kann die Automatic
geölt wieder eingebaut werden in der Ausbaueinstellung. Baut man eine
andere Automatic ein, bzw eine ZZ- Maschine zu einer Automatic um muss
immer eine Feinjustierung vorgenommen werden. Es wäre aber zu
umfangreich, das alles hier schriftlich zu erfassen. Es gibt kleinere
Unterschiede zwischen der 230- 332-261. Ich zeige hier eine 260. Die
Bezeichnungen der Einstellelemente möchte ich aus der
Bedienungsanleitung übernehmen, damit hier keine Fehler entstehen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Die Automatic steuert die den Zickzack-Stichsteller an über
Steuerkurven und 3 Schaltstangen. Die hier gezeigten Einstellungen bitte
übernehmen. Die Automatic ist so in Ruhestellung - der ZZ ebenfalls.

Anschliessend den oberen Gehäusedeckel abnehmen.

Als erste Hilfe führe ich grob beschrieben die Einstellelemente auf. Und Schritt für Schritt was sie bewirken.
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Dienstag, 2. April 2013, 17:36

Nun werfen wir einen Blick ins Herz deutscher Wertarbeit- Feinmechanik vom feinsten! Über 3 Schaltstagen(d1-d3- grün) der Automatic wird der
Zickzackstichsteller bewegt. Zierstiche ganz ohne Elektronik, diese mechanische 'Grundart' der Steuerung ist die Basis aller Zierstichsteuerungen.
Ich habe die Arbeitsschritte rot nummeriert.



Rot 1: Feder des ZZ-Stichsteller-Lagerhebel aushängen (grüner Pfeil)



Rot 2 + 3 : Schrauben des Druckfederhalters lösen ( zwei gelbe Pfeile)



Rot 4+5+6+7: Schrauben der Automatic- Grundplatte lösen ( vier orange Pfeile)



Nun bitte die Schaltstangen d1-d3 ( grün- gestrichelt) anheben, nun kann das komplette Automatic-Element vorsichtig abgehoben und nach hinten
weg gezogen werden ( Bild10) um es dann gangbar zu machen.



Dabei ist auf die Ausbaustellung von D zu achten, ebenfalls von C ! Bild 10 + Bild 11


Bild 12: Hier erkennt man sehr schön die Unterseite der Automatic. Es darf überall
WD 40 hin. Scheint sie sehr verklebt kann man sie aber auch übernacht in
Petroleum/ Diesel einweichen. Ehrlich gesagt habe ich soetwas noch nie
erlebt. Mit WD40 etwas putzen, anschliessend ein Tröpchen Nähmaschinenöl
an jedes bewegliches Teil- schon schnurrt sie wieder.
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  • Bild11.jpg
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Dienstag, 2. April 2013, 17:49

Ziwischen 230 und 260 hat sich etwas verändert, weshalb manchmal gerade
eine winzige Kleinigkeit zu Irritationen führen kann. Dennoch blieb die
Funktions- und Bauweise der Automatic grundlegend gleich. Ich zeige euch
hier nun kurz die Kleinigkeiten auf. Dazu nehmen wir meine 230 mal
unter die Lupe. Sonst ist meine kleine Anleitung ebenfalls wie zuvor bei
der 260 zu befolgen.



Stichlageneinstellung mittig, C auf Null, Zickzacksteller ganz rechts =
Null, Gehäuseoberteil Hebel E in Nullstellung. Die Ausbaueinstellungen
sind beim Einbau beizubehlaten achtet bitte auch auf D.


Ab Bild 15: Und nun wie versprochen noch etwas über die Funktion verschiedener
Bedienelemente im direkten Zusammenhang mit der mechanischen Automatik.

Ich fange mit Stellknopf C an.





Stellknopf C wirkt über c auf die Schaltstangen. Unterteilt habe ich das in hintere, mittlere und vordere Schaltstange.



Steht Einstellscheibe C auf der 1: Die Mittlere Schaltstange rastet im
Cm ein und steuert den Zickzack automatisch bist zur mittleren
Stichbreite. Hier bei kann die Stichlagelage manuell verändert werden.





Steht die Einstellscheibe C auf der 2: Die Schaltstange m ( mitte) und
die hintere Schaltstange arbeiten gleichzeitig. Die Mittlere übernimmt
die automatische Ansteuerung der bis zur Halben Stichbreite, die hintere
Schaltstange übernimmt die automatische Stichlagensteuerung.



Steht die Einstellscheibe auf der 3: Die hintere Schaltstange steuert
automatisch die Stichlage und ist eingerastet. Die Stichbreite ( ZZ)
kann manuell eingestellt werden.



Steht die Einstellscheibe C auf der 4: Die vodere Schaltstange steuert
die volle Stichbreite automatisch an. Sticlage kann manulell verändert
werden.



Steht die Einstellscheibe C auf position 5: Vordere und hintere
Schaltstange gleichzeitig steuern bis zur vollen Stichbreite und
Stichlagensteuerung an.



Das Wesentliche hierbei: dreht man den Einsteller C im Uhrzeigersinn müssen sich die 3 Schaltstangen bewegen.
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18

Dienstag, 2. April 2013, 17:59

Einstellung für das Federpaket:



Die Federspannung* sollte gerade darauf begrenzt werden das sie die
Schaltstangen mit der Nut in den Bolzen der Aufnahmen drückt(=
Zapfenstifte cv,cm,ch im Bild 15+16)- also mit einer sehr geringen,
leichten Spannung!



Eine Nachjustierung ist ziemlich selten notwendig- ausser man tauscht
das Federpaket aus. Man reguliert die Federspannung indem man die
Regulierschrauben 2-3 Umdrehungen rausdreht, um sie dann langsam auf
sehr leichte Spannung einjustiert werden.



Es gibt nur 2 Möglichkeiten der Einstellung: Die Federspannung und das Verbindungsgestänge der Automatic.

Schaltstangen Einregulierung



Das klingt furchtbar kompliziert Aber nun kommt das i-Tüpfelchen



Im Bild 19 seht ihr wie kinderleicht das ist ohne eine Wissenschaft
daraus zu machen. Wir Stellen den Drehgriff ( Einstellknopf) D auf
Markierung 4, C auf 1,

Wenn jetzt alle drei Schaltstangenköpfte in die Zapfenstiftaufnahme
einfallen ohne das eine Schaltststange in der Aufnahme ungleichmässig
überstehen haben wir schon gewonnen. Dafür drehen wir das
Steuerkurvenpaket an der gerändelten Schraube, bis der vierte Tastfinger
auf der vierten Steuerkurve auf dem tiefsten Punkt steht. Gedreht wird
nur im Uhrzeigersinn. An der Verbindungsstange kann die Einstellung
korrigiert/ justiert werden. Dieser Hinweis gilt für die Einstellung
aller Schaltstangen.



Einzelne Überprüfung/ Justierung:



Vordere Schaltstange:

Zickzackeinstelscheibe auf 0, Sichlagenhebel auf Mitte und die
Einstelscheibe C auf die Zahl 4 drehen. Die Schaltstange sollte etwas
über dem Arretierstift im ersten Mitnehmerbolzen fallen. Passt das nicht
wird am Exzenter vom obersten Punkt aus nachgestellt.



Mittlere Schaltstange:

ZZ einstelscheibe auf 0, Stichlagenhebel auf rechts, C auf 1 . Sonst nachjustieren am Exzenter .



Hintere Schaltstange:

Zickzackbreite auf 0, Stichlage linkseitig, C auf 3. Justierung wie zuvor beschrieben.

Die 260 hat auf der Verbindungsstange eine Feder sitzen.





Bevor wie nun das Oberteil aufsetzen, müssen wir den Hebel E auf 1
stellen und vorsichtig das der schwarze Finger in die Aufnahme der
Automatic geführt wird.
»freedom-of-passion« hat folgende Bilder angehängt:
  • 17.jpg
  • 18.jpg
  • Bild 19.jpg
  • 20.jpg
  • 21.jpg

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19

Dienstag, 2. April 2013, 18:06

Einnähen + Nadelsymetrie Pfaff 230- Pfaff 360

Einnähen Pfaff 230-260 die Schlußprüfung




Zum besseren Verständnis 'Einnähen' bedeutet die Pfaffmaschine muss bei sehr langsamen Lauf ohne Störungen/ Unregelmässigkeiten vom breiten Zickzack- Überstich in den Geradestich übergehen. Hierfür testet man die Musterkombinationen der Automatic durch. So ist man auf der sicheren Seite wenn alle Funktionen gehen und die Maschine sauber näht.

Ich werde das nach und nach mit Bildern aufführen.





'Einnähen' der Automatic



Geprüft wird in der Stichlage links

Hebel E in Position 3

Zickzackbreite (A) in Nullstellung



Die Maschine wird nun langsam betätigt mit dem Drehgriff D werden alle 8 Grundmuster nacheinander genäht.







Muster die unregelmässig sind deuten auf eine fehlerhafte Spannung der Schaltstangenfedern hin... D7-C3- E1 mit Stichlage links



oder: Der ZZ-Steller der ZZ-Stichsteller-Lagerhebel ist zu schwergängig,



oder: die Automatic ist unzureichend geölt worden



oder: Die Stichmuster werden unvollständig genäht ( Stiche fehlen), die
Federspannung der Schaltstangen prüfen und ggf. verstärken.



last but least: Einstellung C4 in Stichlagestellung mitte fallen ungleichmässig aus. Der Überstich hat sich verstellt ( verschoben) Eine neue Justierung ist notwendig.

________________________________________________________________________________________________________________________________







Funktionsprüfung der Automatic







D3-C2-Stichlage (B) links- E1



D4-C5-Stichlage (B) links-E1



D4-C5-Stichlage (B) links - E1





Ich habe meine 260 auf Feinleder eingenäht und verschiedene Muster
probiert. Hier das Ergebnis im Bild 22. Je öfter man die Zierstiche
näht, desto besser wird die Automatic funktionieren. Aber nicht
vergessen ab und zu etwas ölen.





Nadelsymmetrie- Nadelmitte korrigieren.





Was tun wenn die Nadel nicht genau in der Mitte der Stichplatte steht?

Armdeckel ( oberer Gehäusedeckel) abnehmen und den Kopfdeckel.



Die Automatic muss ausgeschaltet sein, Zickzackeinstellscheibe A auf
Nullmarkierung, Stichlage B auf Mitte stehen. Nun muss die Nadel in der
Mitte des Stichplattenschlitzes eintauchen ( Bild 23).



Die Nadelsymetrie muss erst verändert werden wenn: Auf beiden Seiten der Überstich gleich groß ist! Das kann man am besten auf einem Stück Papier sehen. Handrad drehen - einstechen

1.: Hierfür versenkt man den Transport! Stichlagenhebel B zuerst auf Mitte stellen, ZZ= A auf Nullmarkierung drehen, C auf 0



2. Stichlage B links... wie zuvor ... einstechen



3.Stichlage B rechts '' ''



Sind beide Abstände gleich groß, aber der Einstich 1 sitzt nicht mittig in der Stichplatte kann nachjustiert werden.





Überstich Zickzack prüfen!



Wie in Punkt 1 - mittlerer Einstich



zur Kontrolle stellt man die ZZ- Breite an A auf eine Größe, und vergleicht die Stichlage links und rechts ( Überstich).



Es kann verschiedene Ursachen haben, das die Nadel unterschiedlich
einsticht. Ich verweise hier auf das Thema Stichsteller-Lager-Hebel!
Fällt der ZZ- Stich ungleichmässig aus, kann man überwiegen von einer
Verklebung/ Verschmutzung ausgehen.





Reguliermöglichkeit für den Einstich der Nadel im Stichlochschlitz
(Stichplatte) Bild 24. A= Exzenterbolzen in der Nadelstangenschwinge, a =
Konterschraube. Konterschraube lösen, Exzenter A nach recht oder links
drehen bis die Madel in der Mitte einsticht. Bitte mehrmals
kontrollieren und ggf. nachjustieren. Bitte schaut auch mal auf Bild 3-5
die Reinigungs und Ölhinweise an.
»freedom-of-passion« hat folgende Bilder angehängt:
  • 22.jpg
  • 23.jpg
  • 24.jpg
  • 25.jpg
  • 26.jpg

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Dienstag, 2. April 2013, 18:12

Stichlage nachjustieren ...

Stichlage mitte nachjustieren bei Klasse 130-230, 332 und andere???

Die Stichlage wird erst dann eingestellt wenn der Überstich
stimmt!!!!!!!! Diese Einstellungen sind nur für geübte Mechaniker
ausführbar.



Es kommt vor das sich das sich der Überstich verschiebt. Wenn der
ZickZack-Stellknopf zu schwergänig ist, kann er sich etwas auf der Welle
verdrehen.



Ich zeige hier nun wie man den Einstellknopf nachjustiert. Die hier
abgebildete Maschine ist eine 130-6 . Überprüfung Hebel B ( Stichlage)
mittlere Position, ZZ-Breite ( EinstellKnopf A) auf Nullmarkierung.
Achtung die Automatic muss immer Ausgeschaltet sein ( = C auf 0 ). Die Nadel darf im Geradestich keinesfalls eine Seitwärtsbewegung ausführen.





Die Maschine geht nich mehr aus dem ZZ ganz raus, der Geradestich zeigt
sich leicht versetzt ( mit Überstich). Konterschraube lösen und
Wellenkopf etwas ( minimal!!!) nach rechts drehen. Konterschraube wieder
anziehen. Prüfen- um ggf. nachzustellen, s. Bild 26


Eine weitere Einstellmöglichkeit, die ich nicht empfehlen möchte.



An der Exzentergabelstange werden in Bild 27 , die beiden Schrauben (
gelb markierte Lage, gelöst. Achtung für diese Arbeiten ist eine Messuhr
erforderlich!

Die Gabel wird über eine Kulisse gesteuert ( Dreifachsteuerung).



Da wir das besser dem Fachmann überlassen, bezeichne ich hier nur die Bauteile, bzw. Baulage. Wir stellen am unteren Ende der Nadelstangenschwinge ein.



Mal ganz grob zusammengefasst: Der Nocken wird vom großen Tellerad
angetrieben und veranlasst die Pendelbewegung der Nadelstange.

In der Kulisse arbeitet ein Gleitstein, der die Stichlage der Nadelstange verändert, und auch die Stichbreite ansteuert.




An dieser Stelle endet mein kleiner technischerReparaturbeitrag und wird hoffentlich zahlreich besucht und bewertet. Ich wünsche euch ganz viel Spaß mit eurer Nähmaschine: Martin
»freedom-of-passion« hat folgende Bilder angehängt:
  • 26,2.jpg
  • 27.jpg

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