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Stickfuß

Schüler

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  • »Stickfuß« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 69

Registrierungsdatum: 31. Juli 2016

Wohnort: Land Brandenburg

Hobbys: Nähen und sticken

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Mittwoch, 18. Juli 2018, 19:46

Maschine verkaufen, Oh je, oh je...

So, wie die Näherei in den vergangenen Jahren zumindest einen kleinen Aufwind erfahren
hat, so oft kommt es auch vor, dass Maschinen wieder verkauft werden sollen. Viele von Ihnen landen im Keller,
Kleiderschrank oder sonstigen Archiv ähnlichen Ecken, weil Zeit, Lust, Plan oder auch Entschlusskraft fehlen, um
sich hinreichend dem Verkauf zu widmen. Zudem lauern einige Tücken, die einen solchen Verkauf nicht gerade
leicht machen.
Das erste Problem, das sich einem stellt ist immer, dass die Märkte permanent gesättigt sind, Hersteller und Händler
immer neue Strategien auffahren, um auf verbalem und anderem einflußreichen Weg ein paar Löcher zu schaffen, in
die wieder ein paar Maschinen hinein verkauft werden können. Als Gebrauchtverkäufer bin ich meist nur so eine Art kleinster,
unsichtbarer Fisch im Meer aller Fische, dessen Maschine sich praktisch durch seine eigene Erscheinung selbst verkaufen soll.
Und wenn die Marke keinen guten Ruf mehr hat und vielleicht auch wenig bekannt ist, sinken die Chancen ins bodenlose.


Die Händler nutzen natürlich ihre Möglichkeiten, um das Risiko für ihre Käufer und damit dessen Kaufhemmschwelle zu senken.
Sie bieten Teilzahlung, mehrwöchiges Rückgaberecht, Probe nähen im Laden, Inzahlungnahmeund vielleicht noch weitere schmackhafte
Aktionen an. Selbst, wenn ich als einmaliger Gebrauchtverkäufer das Talent für solche Aktionen hätte, würde sich das für mich mit meinem
Einzelstück nicht lohnen. Wenn ich Probenähen anbiete und zwanzig Leute Probe nähen lasse, ernte ich vielleicht zwanzig Mal Lob, aber
keiner will das Teil haben, weil es plötzlich noch viel mehr gebraucht ist. Auf eine Teilzahlung kann und will ich mich nicht einlassen, bin ja
keine Bank die ständig so was verwaltet. Garantieleistungen kann ich schon gar nicht anbieten bzw. realisieren. Der Verkauf soll zu dem
schnell und geräuschlos von statten gehen.
Versetzen wir uns einmal in die Lage von „Lieschen Müller“, einer potentiellen Kundin: Sie hat bei irgend welchen Gelegenheiten Geschmack
am Nähen gefunden und liebäugelt damit, sich eine Maschine anzuschaffen. Sie hat tausend Leute befragt und tausend geistreiche Antworten
erhalten, die sie letztlich mangels eigener Erfahrung nicht effektiv auswerten kann. Auch nach Wochen und Monaten des Fragens und Suchens,
bleibt ihr nichts weiter übrig, als aus dem Bauch heraus zu entscheiden, und da sieht es mittler Weile aus, wie bei Hempels unterm Sofa. Was
sich seit besagten Wochen und Monaten wie ein Krebsgeschwür in ihrem Verdauungstrakt bewegt, ist die Frage, wie bezahle ich das Teil? Ein
Budget dafür war schließlich nie vor gesehen. Da sind Händler mit ihren Teilzahlungsangeboten sofort zur Stelle. Es ist für Lieschen
einfacher, sicherer und bequemer, eine neue Maschine zum vollen Preis beim Händler auf Raten zu kaufen, als eine annähernd neue Maschine
zu zwei drittel des Preises hauruck in bar, ohne Garantie, sonstige Absicherungen und Komfort.
Die für einen Kauf relevanten Entscheidungsprozesse spielen sich in Bauch und vielleicht auch Kopf des Kunden ab. Die Wünsche des Verkäufers
ähneln da eher einer Teilnahme an einer Lotterie. So bleibt mir als Gebrauchtverkäufer meist nichts weiter übrig, als meine teuer bezahlte
Maschine zum Schleuderpreis an einen Händler oder anderweitig zu verscherbeln, wenn ich sie denn unbedingt los werden möchte.
Auch ich habe ein solches Exemplar zu Hause stehen, war erst vier Jahre alt, als ich sie verkaufen wollte. Die Händler wollten,
begleitend mit ziemlich haltlosen und schalen Bemerkungen gerade einmal 500,-€ locker machen, für eine Maschine, die neu 2800.-
gekostet hatte. Da ich noch etwas altes Brot und ein bisschen Margarine im Kühlschrank hatte, habe ich sie dann doch zu Hause
gelassen, um sie für „Spezialaufgaben“ einzusetzen…


Gruß Stickfuß[/size][/size]

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